Alle Beiträge von Altneerederschul (Rekdor)

Die Alt-Neereder Schul ist eine Vereinigung Neureuter Mundart-Künstler. Sie besteht aus Roland Bruchmann, Martin Bruchmann, Karlheinz Grether und dem musikalischen Allround-Talent Simon Eisenlöffel. Wir führen Mundart-Lesungen (auf Wunsch auch mit musikalischen Intermezzi) in Neureut und Umgebung durch, wozu wir uns auch gerne einladen lassen. Anfragen an: Alt-Neereder.Schul@arcor.de

Alt-Neereder Schul spendet für den Diakonieverein Neureut e.V.

In den vergangenen Jahren (bis 2019) hatte die „Alt-Neereder Schul“ mit den Erlösen aus ihren „Mundart-Owende“ und den Theatervorführungen der Kirchenchor-Theatergruppe immer wieder den Diakonieverein Neureut e.V. bei dessen vielfältigen Aufgaben finanziell unterstützt.

Leider fiel diese Art der Unterstützung ab dem Jahr 2020 coronabedingt weg.

Doch wie bereits im vergangenen Jahr wollten die vier „Lehrkörper“ der Alt-Neereder Schul im Hinblick auf die wichtige Arbeit des Diakonievereins, v.a. im sozialen Bereich, ihren Obulus zur Fortführung der anstehenden Aufgaben leisten.

So trafen sich die Vertreter des Diakonievereins und das „Lehrerkollegium“ am Mittwoch, den 23.03. zur Übergabe einer Spende im Beisein des Ortsvorstehers Achim Weinbrecht im Neureuter Rathaus.

Hier konnte Martin Bruchmann den Betrag von 400 Euro aus dem Verkauf des „Mundart-Kolenners 2022“ an den Kassier des Diakonievereins, Friedhelm Haug, überreichen.

Dieser bedankte sich herzlich für die Unterstützung, die gerne auch Nachahmer in der Neureuter Bevölkerung finden dürfe. Ortsvorsteher Achim Weinbrecht schloss sich dem Dank an, wobei er diesen nicht nur auf die materielle Unterstützung reduziert wissen wollte, sondern auch die kulturelle Komponente über die vergangenen nahezu 20 Jahre hervorhob, die die Protagonisten der Alt-Neereder Schul für Neureut und die Neureuter geleistet hatten und gab der Hoffnung Ausdruck, dass dies nach Corona wieder möglich sein möge.

Geldübergabe im Sitzungssaal des Rathauses (mit Corona-Abstand)

‘s kloine Babblbliehdeallergiegedicht (mit’eme Dascheduch in de Hand zu lese)

So, de Mudderdag wär jetzt a scho fascht widder gut rumgange; Zeit mol an ebbes Anners zu denke:

‘s kloine Babblbliehdeallergiegedicht
(mit’eme Dascheduch in de Hand zu lese)

Im Maie‘, im Maie‘ -schnief
duhts von de Babble schneie, – schnief
wiegt sich im laue‘ Frühlingswind, -schnief
senkt sich uf Mann un Frau un Kind, -schnief
legt sich leis uf Disch un Bank -schnief
un macht so manche Mensche krank – hatschieee!

Doch loider, doch loider – schnief
bisch dann net aus em Schneider, – schnief
isch erscht die Babbelzeit vorbei – schnief
kommt glei was Anners hinnerdrei, – schnief
mit Newwehöhle‘ voller Oider – schnief
geht des Schnupfe munter weiter – hatschieee!

Welttag der Poesie

Heit mein Beitrag zum „Welttag der Poesie 2022“ am 21.März:

Wandrers Nachtlied (von Goethe), bekannt unter dem Titel „Ein Gleiches“

Ein Gleiches (Wandrers Nachtlied II)
Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
in allen Wipfeln
spürest du
kaum einen Hauch;
die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
Johann Wolfgang von Goethe, 6.9.1780

Erläuterungen, Entstehung, Hintergrund
Goethe verfasste das Gedicht am Abend des 6. September 1780 auf dem Kickelhahn (Goethe: „Gickelhahn“), einem Berg bei Ilmenau (Thüringer Wald). Dort schrieb er die Verse mit Bleistift an die Bretterwand einer Jagdhütte.
Die auf den ersten Blick missverständliche Überschrift „Ein Gleiches“ beruht auf der von Goethe 1815 vorgenommenen Einordnung dieses Naturgedichts in seine Werkausgabe. Dort reihte er es im Anschluss an das Gedicht „Wandrers Nachtlied“ ein. „Ein Gleiches“ bedeutet daher: ein Gedicht gleichen Themas, also ein weiteres „Wandrers Nachtlied“

So, un jetzt hab ich mir üwerlegt, wie des wohl klinge würd, wenn de Goethe heitzdags in Neeret unnerwegs wär, weil, do gebts jo landschaftlich scho gewisse Unnerschiede zum Thüringer Wald. Ich denk, des würd dann vielleicht so klinge:

Ein Anderes“ (Weil des jo koi Nachtlied mehr von’eme Wanderer wär, naja vielleicht von oim vom neereder Schwarzwald-Veroi)

Üwer’em Neereder Klärwerk
isch Ruh
Vom Rhei’hafe-Induschtriegebiet her
schbürsch du
Gifdicher Hauch!
In de Nochberschaft huscht schon de Walde.
Wart nomme, balde
Huschdesch du auch!

Fasenacht

So, jetzt isch die Fasenacht a widder rum.

Die war des Johr ganz schee ruhich, net bloß in Neeret. Wobei, bevor de Peter Grimm mit seine „Schbundefresser“ uf de Plan gedredde isch, war jo Neeret net grad als „Fasenachder-Hochburg“ bekannt, obwohl jo scho immer en Haufe „Moinzer“ do g’wohnt hen.

Wo mir vom Alt-Neereder Schul-Kollegium noch Schulerbuwe ware, denkt mir so e Art „Schdrohße-Fasenacht“ in Neeret, wo die junge Kerl von de Schbortveroi mit eme Ziegwäggele dorchs Dorf gschlumbelt sen un Ooier un Kiechlen bei de Leit gschnorrt hen.

Denne hemmer als Kinner ganz mudich hinnenooch g’rufe „Fasenachder, ging, ging, ging“, un wenn se sich en ihre Schlumbelkoschdüm rumgedreht hen un midem Bese gfuchdeld, semmer schnell schdaabaus un hen Fersegeld gewwe.

So war die Fasenacht frieher in Neeret, un ’s isch a gange.

Diesicher Januardag

Diesicher Januardag uf’em Friedhof.
Winziche Rejedröpflen in de Luft
schdroife üwer’s Gsicht wie
Schbinnefäde.
Die Beem, troscht- un blattlos,
erhewe die kahle Äscht
wie zum Bede in de Himmel,
während die Blaumoisle
gschäfdich uf de Zweig rumtorne
un mit ihrem ufgregte Getschilp
des gleichmäßiche Brandungsrausche
vom Audoverkehr em Hinnergrund
üwertöne.

Blötzlich reißt de Himmel uff
un e paar Sonneschdrahle
breche aus’em dreggich’graue Gwölk,
schbiggle sich uf glänziche Grabschdoi,
glitzere in de lehmiche Wasserlache
von de Baggerroifeschbur
uf’em Weg.

‘s sieht aus, als könnts noch en scheene Dag gewwe
heit, uf’em Friedhof.

Zum neie Johr

Jetz‘ ischer noch dick,
der Kolenner,
awer mit de Zeit wird er allfort
denner un denner.

Bal‘ siehsch bloß noch oi
gotzichs Bläddle dra henke.
Dann lasch der uf d Weihnacht
En neier schenke.

Awer eb’s so weit isch,
bis dort na‘,
gebts noch haufich zu schaffe.
Drum schbuck en d Händ un fang a …

Wetterbericht

De Himmel isch grau wie e Leiche’duch,
jede Wett, es gebt glei en Wolkebruch.
Bei „wetter-online.de“ wisse Se’s g’nauer:
Die melde „örtliche Rege’schauer“.
Un beim Radiosender SWR vier
schdeht schon de „Lothar zwoi“ vor de Dier.
Bloß de Laabfrosch uf seinere Loider
fangt sich e Mugg un isch ganz hoider.
Ihm isch nämlich des Wetter schnorz-egal,
der hoggt in sei’m Glas im Sendesaal!

Semmer hemmer demmer

Des sin drei kloine Wörtlen wo für uns von de „Alt-Neereder Schul“ ganz wichdich sin un quasi unser „Credo“ darschtelle (un die wollde oigentlich heit bei unserm „Mundart-Owed“ vortrage, awer loider isch der dem Virus zum Opfer gfalle).

Desszweg jetzt uf dem Weg:

Semmer hemmer demmer

Neereder semmer
Unser oigene Schbrooch hemmer
Un uffdredde demmer
Um die zu bewahre
Do demmer nix schbare
Des hemmer uns gschwore
Sonscht semmer verlore!

Awer mir gewe die Hoffnung net uf un vielleicht klappts jo mit unserm Mundart_Owed dann im nägschde Frühjohr.

Schon jetzt „herzliche Ei’ladung“

Roland (Alt-Neereder Schul-Rekdor ehre’halwer)

PS: Wer net so lang warde will: Unsern neie Kolenner für 2022 gebts jetzt schon bei mir odder beim Martin.

Mundart-Owed Absag

Liewe Leit,

es duht uns furchtbar loid, awer mir müsse unsern für heit geplante Mundart-Owed wegger de üwerhandnehmende Corona-Zahle loider doch noch absage.

Es isch zwar e bissle schbät, un mir hen a bis zuletscht noch ghofft, awer so wie sich die Zahle momentan entwickle hemmer koi annere Möglichkoit. Die Verantwortung, dass doch ebbes bassiere könnt isch oifach zu groß.

Mir werre versuche den Owed im nägschte Johr unner bessere Bedingunge nochzuhole un hoffe, dass dir unser Entschoidung verschtehe könnt un an dem neie Termin dann widder schareweis in unser Gemoindehaus schtrömet.

Dankschee für eier Verschtändnis, alles Gute bis dort na un bleiwet gsund.

Roland (Alt-Neereder Schul-Rekdor ehre’halwer)

Neie Info zu unserm Mundart-Owed am 20.11.

Liewe Leit, oins vorneweg: De Mundart-Owed findt schdatt.

Alle, wo gern komme un sich unser neischde Werke ahorche (un nadierlich a uns Protagonischde debei zugugge) möchde, sollde die folgende -ufgrund von de bade-würdembergische Alarmschduf verschärfde) Bschdimmunge beachde:

  1. Es gebt loider koi Bewirtung
  2. Es herrscht FFP2- Masgepflicht im Saal
  3. Am Ei’gang werre Impf- bzw. Genesene-Nochweis kontrolliert un Kontaktdate erfasst (geht a üwer LUCA).

Wer uf Nummer Sicher geh will, kann sich jo vorher noch teschde (lasse).

Ich woiß, des isch alles e bissle läschdich un a schade, awer sonscht müssde mer halt den Owed komblett ausfalle lasse, un des wär noch meh schade, also quasi noch viel schadener.

Ich hoff, mir sehn uns trotzdem un verbringe gemoinsam en luschdicher, zum Doil a nochdenklicher, un alles in Allem en korzweilicher Owed mit’nanner.

Adschee bis dort na sagt

de Roland (Alt-Neereder Schul-Rekdor ehre’halwer)